Entgeltgerechtigkeit
Entgeltbestandteile und Gender Pay Gap
Warum ist das EntgeltRahmenAbkommen (ERA) entgeltgerecht?
Gleiches Entgelt für gleiche Arbeit
Das EntgeltRahmenAbkommen (ERA) hat die früher getrennten Lohn- und Gehaltsrahmen-Tarifverträge in der Metall- und Elektroindustrie abgelöst. Seit seiner Einführung gibt es das tarifliche Entgelt (früher Lohn und Gehalt), das alle tariflichen Beschäftigten erhalten. Es gibt in der bayerischen M+E Industrie insgesamt 12 Entgeltgruppen. Die Grundidee von ERA ist, dass jede*r Beschäftigte für die Ausführung einer Tätigkeit genau das gleiche Entgelt erhält (Entgeltgerechtigkeit). Dafür wurden die Tätigkeiten und Aufgaben in der bayerischen M+E Industrie in einem umfassenden Prozess analysiert, beschrieben und bewertet.
Durchlässige Karrierewege
Ein weiterer positiver Effekt: Mit der Einführung von ERA wurden Karrierewege durchlässiger. Mit den Beschreibungen der Tätigkeiten und Arbeitsaufgaben ist festgelegt, welche Kenntnisse und Fertigkeiten für die Erfüllung der übertragenen Arbeitsaufgabe benötigt werden. So können Tätigkeiten in höheren Entgeltstufen auch dann von Mitarbeitenden übernommen werden, wenn sie keinen erforderlichen Abschluss haben, sondern über entsprechende Berufserfahrungen verfügen und erforderliche Qualifizierungen bzw. Kompetenzen erworben haben.
Was gehört zum tariflichen Entgelt?
Das tarifliche Entgelt umfasst das tarifliche Grundentgelt, das leistungsabhängige Entgelt und Sonderzahlungen wie beispielsweise das 13. Monatseinkommen (Weihnachtsgeld). Weitere mögliche Bestandteile sind Zuschläge wie Nacht- und Feiertagsarbeit sowie (außertarifliche) Zulagen.
Grundentgelt + Eingruppierung
Entscheidend für die Eingruppierung ist die Tätigkeit bzw. Arbeitsaufgabe, die von einer Person ausgeführt wird. Die Höhe des Grundentgelts richtet sich also nicht nach der Person, sondern nach der übertragenen Arbeitsaufgabe. Daraus ergibt sich dann die Eingruppierung, denn alle Arbeitsaufgaben werden jeweils einer Entgeltgruppe zugeordnet. Das bedeutet praktisch, dass sich nur bei der Übernahme anderer Aufgaben die Entgeltgruppe ändern kann.
Was ist das leistungsabhängige Entgelt?
Mit dem leistungsabhängigen Entgelt (Leistungszulage / Prämie) wird die persönliche Leistung des Mitarbeiters abgegolten. Ermittelt wird das leistungsabhängige Entgelt durch Methoden wie Leistungsbeurteilungen oder Kennzahlenvergleiche. Es beträgt maximal 28 Prozent und ist im betrieblichen Durchschnitt auf 14 Prozent festgelegt.
Warum verdienen Frauen oft weniger als Männer?
Selbstverständlich bekommen Frauen mit ERA das gleiche Grundentgelt für eine übernommene Tätigkeit wie Männer. Auch beim tariflichen Leistungsentgelt gelten die gleichen Kriterien. Dennoch gibt es Unterschiede, die nicht tariflich geregelt werden können:
Beim Gender Pay Gap wird in der Regel betrachtet, wie hoch das durchschnittliche Einkommen von Frauen in Deutschland ist. Ein wesentlicher Grund für ein geringeres Einkommen ist, dass Frauen häufiger als Männer in sozialen, pädagogischen und gesundheitlichen Bereichen arbeiten. Dort verdient man in der Regel deutlich weniger als in der bayerischen M+E Industrie. Weitere Gründe sind:
- Frauen unterbrechen häufiger ihre Erwerbstätigkeit für Kindererziehung oder Pflege
- Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit
- Besser bezahlte Führungspositionen sind seltener mit Frauen besetzt
Damit sich das ändert, müssen sich die Rahmenbedingungen für Frauen deutlich verbessern. Besonders wichtig ist der Auf- und Ausbau von Betreuungsangeboten, damit Frauen weniger in Teilzeit arbeiten oder ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen. Das wird mittelfristig auch Auswirkungen darauf haben, dass es mehr Frauen in Führungspositionen gibt.